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48 Stunden in Augsburg: die Fuggerstadt in Bayern erkunden

von Reisepuzzle
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Wo findest Du eine der faszinierendsten deutschen Städte, eine viel bewunderte Wasserwirtschaft mit Architektur und Kunst, Sehenswertes aus der Römerzeit, weltweit bekannte Gesichter und einige wirklich einzigartige Ausflugsziele? Die Antwort lautet: in Augsburg.

Augsburg ist verblüffend überschaubar und lässt sich bequem zu Fuß erkunden. Zuweilen herrscht dörfliche Gemütlichkeit, gepaart mit erfrischender Historie. Hier präsentiert sich die bayerische Stadt mit Fachwerkhäusern als Postkartenidylle. Doch wenn Du dich umschaust und durch den geschichtsträchtige Stadtkern läufst, erkennst Du rasch, dass es etliche Gründe gibt, nach Augsburg in Bayern zu reisen oder wenigsten einen Tagesausflug zu unternehmen. So stößt Du hier auf Römerfunde, Renaissancebauten, Reformationsgeschichte und Rokoko-Kunst.

Zu den prominentesten Persönlichkeiten, auf die Du in Augsburg überall triffst, ist die Kaufmannsfamilie Fugger. Bahnreisende werden allein schon am Augsburger Bahnhof in der ’Fuggerstadt Augsburg‘ willkommen geheißen. Aber die Stadt hat noch viel mehr zu bieten, wie die Botschafter der Stadt, die Marionetten der von vielen geliebten Augsburger Puppenkiste, den Botanischen Garten und den Zoo Augsburg.

Der Name Fugger prägt ganz Augsburg

1367 ist das Jahr, in dem der Weber Hans Fugger in die Freie Reichsstadt Augsburg kam. Im Laufe der folgenden 650 Jahren prägte die Familie Fugger die Geschichte Augsburgs, aber auch den Fernhandel und das Bankwesen in Europa. So wuchs das Vermögen von 44 Pfennig auf 1806 Gulden und Hans Fugger schaffte es, in der Liste der Augsburger Steuerzahler auf den 40. Rang zu kommen.

Andreas Fugger und Jakob Fugger (1459 bis 1525), die beide das Handwerk der Goldschmiedekunst erlernten und beide später in den elterlichen Fernhandel einstiegen, setzten den Aufstieg der Familie Fugger fort und machten Weltgeschichte – allen voran Jakob Fugger, der auch den Beinamen ’der Reiche‘ trägt.

Was muss man in Augsburg gesehen haben?

Augsburg – Fuggerei

1514 gründete Jakob Fugger die sogenannte Fuggerei, die als die älteste Sozialsiedlung der Welt gilt und heute noch von bedürftigen Bürgerinnen und Bürgern Augsburgs in Anspruch genommen wird. Wer in die Fuggerei aufgenommen werden will, muss eine Kaltmiete von weniger als einen Euro aufbringen. Das entspricht dem Wert eines Rheinischen Guldens aus dem 16. Jahrhunderts. Gleichsam soll jeder Bewohner der Fuggerei dreimal täglich für die Familie Fugger beten.

Die Fuggerei mit ihren kleinen gelben Häusern ist eine von Mauern umzogene Siedlung. In ihrem Inneren beherbergt die ’Stadt in der Stadt‘ insgesamt 64 Häuser, in denen 140 Wohnungen zur Verfügung stehen. Neben einer Schauwohnun, in der Besucher einen Einblick in die damaligen Wohnverhältnisse erhalten, gibt es in der innerhalb Fuggerei eine Kirche, ein Weltkriegsbunker sowie ein Museum zu sehen. Finanziert wird die Anlage durch den Waldbesitz der zuständigen Stiftung der Familie Fugger sowie den Einkünften, die mit den Touristen erzielt werden.

Der Haupteingang liegt an der Jokoberstraße (April bis September 8-20, Oktober bis März 9-18 Uhr. Der Eintrittspreis pro Person beläuft sich auf 4,- Euro)

Augsburg – Fuggerhäuser

Mitten in der Augsburg Innenstadt, und zwar in der Maximilianstraße, befindet sich heute der als ’Fuggerhäuser‘ bekannte Gebäudekomplex bestehend aus vier Innenhöfen wie dem italienisch wirkenden Damenhof, dem Stadtpalast und den Badstuben. Die Fuggerhäuser sind weiterhin im Privatbesitz der Familie Fugger. Daher sind sie für Besucher verschlossen. Lediglich die vier Innenhöfe können besichtigt werden. Das Adlertor in der Mitte der Hausfassade ist der Haupteingang zur Fürst Fugger Privatbank.

Übrigens: Der Damenhof hat in den Frühjahr- und Sommermonaten von 10.30 bis Mitternacht geöffnet. Lediglich im Winter hat er zumeist geschlossen.

Das Augsburger Rathaus mit dem 70 Meter hohen Perlachturm

Im denkbar krassen Gegensatz zu den Reihenhäusern der Fuggerei präsentiert sich im Augsburger Rathaus der Goldene Saal mit seiner (Blatt-)Gold strotzenden Holzdecke. Der Saal beeindruckt dabei nicht allein durch seine opulente Deckengestaltung, sondern auch durch golden glänzende Portale, vergoldende Schnitzereien und Wandmalereien.

Doch, wie heißt es so schön, es ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn der Goldene Saal wurde nach etlichen Bombentreffern im 2. Weltkrieg originalgetreu rekonstruiert.

Auch der Eingangsbereich des Rathauses mit seinen Säulen und dem Boden aus Marmor ist imposant. In den anliegenden Seitenräumen gibt es Dauerausstellungen zu verschiedenen Themen, u.a. eine Holocaust-Gedenkstätte sowie ein Tastraum zur 2000-jährigen Geschichte der Stadt Augsburg.

Direkt neben dem Rathaus ragt der Perlachturm in die Höhe. Beide bilden ein stimmiges Ensemble, das den Augsburger Rathausplatz dominiert.

Übrigens: Vom Perlachturm aus hast Du einen herrlichen Blick auf die Stadt und ihrer Umgebung. Von Mitte März bis Anfang November hat der Turm täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis für Erwachsene beträgt 2,- Euro.

Augsburg – Am Roten Tor

Das wichtigste Tor der alten Reichsstadt Augsburg ist das Rote Tor im südlichsten Zipfel der Altstadt. Hier kamen einst die Kaufleute mit ihren Fuhrwerken und Kutschen durch, um auf der Via Claudia Augusta nach Italien zu reisen. Das Tor selbst gehört zu einer mächtigen Wehranlage, in dessen ehemaligen Befestigungsgraben das berühmte Freilichttheater erbaut worden war. Im Sommer werden hier Operetten und Theaterstücke aufgeführt.

Nur einen Steinwurf vom Roten Tor entfernt, stehen die Wassertürme, die der Wasserversorgung der Stadt dienten – vor allem die der Prachtbrunnen in der Maximilianstraße. Gerne hätten wir eine Führung durch die Wassertürme am Roten Tor unternommen, doch ein Wochenende reicht einfach nicht aus, um die Stadt Augsburg in ihrer Gänze zu besichtigen. Wie wir im Touristenbüro erfahren, sei eine Anmeldung für eine einstündige Führung zwingend erforderlich. Der Eintritt kostet pro Person 3 Euro.

Augsburg – Dom zu Augsburg – St. Maria

Bereits aus der Ferne sind die beiden Glockentürme des Augsburger Doms zu erkennen, so dass Du dich am Eingangsportal ganz klein fühlst. Wenn Du dich entscheidest hineinzugehen, solltest Du dir die romanische Krypta sowie die ältesten Glasfenster der Welt ansehen.

Römisches Erbe findest Du direkt vor dem Dom und zwar an der so genannten Römermauer. Zu sehen gibt es dort u.a. römische Inschriften, monumentale Kapitelle und Säulen.

Übrigens: Der Augsburg Dom kann täglich von 7.00 bis 18.00 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Augsburg – Brechthaus – Bertold Brecht (1898-1956)

Nur wenige Schritte vom Augsburger Rathaus entfernt, befindet sich das Geburtshaus einer weiteren Persönlichkeit der Stadt. So erblickte im Obergeschoss des Hauses auf dem Rain 7 der Schriftsteller Eugen Berthold Friedrich Brecht im Jahr 1898 das Licht der Welt.

Heute befindet sich im Brechthaus ein kleines Museum, wo Du dich via Smartphone durch das Haus im Augsburger Lechviertel führen lassen kannst.

Augsburg – Zeughaus

Im Zeughaus ist unter dem Titel ’Das römische Augsburg in Kisten‘ das römische Museum, das so genannte Römerlager untergebracht. Inmitten der toskanischen Säulenhalle werden in weißen Kisten Exponate aus der Römerzeit aufbewahrt und gleichzeitig den Besuchern präsentiert. Zu den ausgewählten Fundstücken gehören etwa Münzen, Keramik, ein Pferdekopf aus Bronze, Grabreliefs und Statuetten.

Augsburger Puppenkiste

Auch wenn wir das Alter für die Augsburger Puppenkiste hinter uns haben, erinnern wir uns gerne an die vielen Geschichten mit Jim Knopf, das Urmel und Schlupp vom grünen Stern, um nur einige aus dem Marionettentheater zu erwähnen. Aber noch heute bringen die Helden der Augsburger Puppenkiste Kinderaugen zum Leuchten.

Im Obergeschoss des historischen Heilig-Geist-Spitals gibt es sogar das Museum ‚Die Kiste‘, in dem es eine nachgebaute Werkstatt, Originalkulissen und viele Marionetten zu sehen gibt. Darüber hinaus laufen in zwei kleinen Theaterbühnen Ausschnitte aus den berühmten Fernsehserien.

Übrigens: Du findest die Augsburger Puppenkiste in der Spitalgasse 15, unweit des Roten Tores. Das Museum hat von Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 19.00 Uhr geöffnet.

Botanischer Garten – Japangarten

Der Botanische Garten in Augsburg an sich ist schon ein besonderes Highlight, aber die Besucher lieben hier vor allem den Japangarten. Er hat einen eignen Eingang im hinteren Abschnitt der Gartenanlage. In seinem Inneren kannst Du original japanische Pflanzen, Blumen und Bäume bewundern und dabei die wunderschöne Ruheoase genießen. Der Eintritt für Erwachsene geht mit 3,50 Euro auch völlig in Ordnung.

Augsburg – was, wann, wo?

Der erste Weg – das Touristen-Informationsbüro

Die Tourist-Information liegt zentral am Augsburger Rathausplatz. Für Besucher der ehemaligen Reichsstadt ist sie die erste Anlaufstelle. Dort gibt es Informationen zu Stadtführungen, Sehenswürdigkeiten und Stadtpläne (www.augsburg-tourismus.de).

Diese Museen solltest Du gesehen haben

  • das historische Wasserwerk am Roten Turm
  • das staatliche Textil- und Industriemuseum
  • das MAN Museum
  • das Fugger und Welser Erlebnismuseum
  • das Fuggereimuseum
  • die Kiste – das Museum der Augsburger Puppenkiste

Wohin soll man in Augsburg zum Essen gehen?

Vor den Toren der Stadt Augsburg liegt das amerikanische Restaurant ’Miss Pepper‘ (Laiminger Str. 2, 86453 Dasing). Wenn Du das Diner einmal ausprobieren möchtest, dann musst Du unbedingt einen Tisch reservieren. Unser Urteil: Gutes American-Diner im 50er Jahre Stil mit tollem Service. Ansonsten hat Augsburg viele gute Restaurants. Hierzu gehört beispielsweise der Ratskeller des Augsburger Rathauses (deutsche und bayerische Spezialitäten).

Wo kann man in Augsburg parken?

In der Innenstadt von Augsburg gibt es viele öffentliche Tief- und Parkgaragen. Beliebt sind hier vor allem die Ernst-Reuter Parkgarage, das Parkhaus in der Schaezlerstraße sowie in der Ludwigsstraße. Kostenloses Parken kannst Du auf dem Plärrergelände in Augsburg Oberhausen.

Unser Fazit zur Fuggerstadt Augsburg

Wer viel unterwegs ist in Deutschland, sollte einen Städtetrip nach Augsburg unternehmen. Wie Du in unserem Reisebericht gelesen hast, hat die bayerisch-schwäbische Stadt Augsburg den Besuchern eine Menge zu bieten. Ob Du gerne entlang der Kanäle des Lechs spazieren gehst, ob Du gerne eine Tour durch die ortsansässigen Museen unternimmt oder ob Du die Sehenswürdigkeiten der Stadt kennenlernen möchtest, ein Besuch der Stadt Augsburg hat mehr zu bieten als man auf den ersten Blick glauben mag. Doch ein Tag für eine Städtetour zu den historisch und kunstgeschichtlich bedeutenden Höhepunkten der Stadt ist eindeutig zu wenig. Perfekt ist ein Wochenende. Wenn Du noch mehr Zeit für Augsburg hast, dann kannst Du sogar einen Ausflug ins Grüne einplanen.

Warst Du auch schon in Augsburg?

Was war Dein persönliches Highlight? Falls Du weitere Reisetipps und Empfehlungen hast, freuen wir uns über Deinen Kommentar am Ende unseres Reiseberichts.

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2 Kommentare

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2 Kommentare

Tina 11. Juni 2018 - 20:19

Ich wusste ja gar nicht, dass Augsburg so viel zu bieten hat obwohl ich fast daneben wohne. Das wird für diesen Sommer sofort eingeplant und ich freue mich schon sehr darauf. Vielen Dank für die tolle Inspiration.

Anna & Michael 12. Juni 2018 - 04:17

Gern geschehen, Tina. Wir waren im Winter in Augsburg gewesen; im Sommer allerdings gibt es noch so vieles in der Umgebung von Augsburg zu entdecken. Lieben Gruß aus Düsseldorf Anna & Michael

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