Akko: Die Kreuzritterstadt im Norden von Israel

Die schönste und größte Moschee in Akko: die El-Jezzar-Moschee - Städtereisen Reiseblog Reisepuzzle

Die schönste und größte Moschee in Akko: die El-Jezzar-Moschee.

Unser erster Stop auf unserer Erlebnisreise durch Israel starten wir in Akko. Doch bevor wir zur alten Kreuzfahrer-Stadt gelangen, fahren wir mit dem Auto nach Norden. Der Straßenverkehr am Samstag entspricht dem südländischen Temperament – es wird gedrängelt, gedrückt, geschnitten und, was zum guten Ton gehört, kräftig gehupt.

Hadera, wo wir unseren Tagesausflug begonnen haben, liegt hinter uns und nach rund einer Stunde Fahrt erreichen wir die Kreuzfahrer-Hauptstadt Akko. Mit ihrer 5.000-jährigen Geschichte gehört die Stadt seit 2001 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Als Schmuckstück lässt sich das heutige Akko nicht wirklich beschreiben. Bereits auf der Suche nach einem Parkplatz zeichnet sich vor unseren Augen eine schmucklose, marode Ansammlung von alten, terrassenförmig angelegte Häusern ab, die zu einem (Wohn-)Knäuel zusammen gepfercht sind. Es ist eine überwiegend arabisch-muslimische Stadt mit Moscheen, Minaretten und Bazaren.

Unterwegs in der Altstadt von Akko


Die Hospitaliter-Festung


Eine bezaubernde Begegnung erwartet uns mit der Hospitaliter-Festung in Akko – ein monastischer Ritterorden, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Kranken im Heiligen Land zu pflegen. Zur Anlage gehören der zentrale Innenhof, die Rittersäle mit ihren sieben gewölbten Hallen, der Saal der Zuckerschalen, der Säulensaal (Refektorium) und der Kunstsaal. Damit die Vergangenheit noch einmal lebendig werden kann, werden interaktive Bilder und Filme gezeigt.

Vom 12 Meter hohen Refektorium aus führt ein Treppe zu einem unterirdischen Gang, der einst zur nördlichen Stadtmauer und zum Hafen führt. Da die Menschen zur damaligen recht klein und schmal gewesen sind, muss man hier aufpassen, sich nicht den Kopf zu stoßen.

Die schönste und größte Moschee in Akko


Auf dem Weg zum Templertunnel passieren wir das arabische Wahrzeichen der Stadt: die El-Jezzar-Moschee. Highlight dieser Sehenswürdigkeit ist der legendäre ’Bart des Propheten‘, denn einer dieser Barthaare wird hier aufbewahrt. Leider ist die Moschee heute nur für Gläubige geöffnet, so dass wir unserem Reiseführer vertrauen müssen, was dort geschrieben steht.

Neben einem Rokoko-Kiosk steigen wir den Treppenaufgang hinauf bis uns eine Schild darauf hinweist, dass heute geschlossen ist. Dennoch können wir einen Blick in den Innenhof erhaschen, dort, wo Palmen, Oliven- und Zitrusbäume und duftende Blumenrabatte kunstvoll angelegt sind. Besonders auffallend ihr schlankes, hohes Minarett, das einzige ihrer Art in Israel, das die Dächer der Altstadt überragt.

Der Templertunnel - Fluchttunnel der Tempelritter


Direkt gegenüber dem Eingang zum türkischen Badehaus liegt der Templertunnel. Erst durch einen Zufall bei der Reparatur einer Wasserleitung wurde der 350 Meter lange Tunnel entdeckt, der von der Tempelritter-Festung zum Hafen führt.

Heute ist der Gang nur bis zur Bosta begehbar, eine ehemalige Karawanserei aus dem Mittelalter, die später Teil des Festungsbau der Hospitaliter wurde. Manche Stellen sind sehr niedrig und eng.

Das arabisch-türkische Badehaus


Unsere Stadtbesichtigung geht weiter und wir besuchen das von Ahmed Jezzar eingerichtete türkische Bad (Hammam el-Pasha).

Es bietet eine dramatische, beeindruckende und informative Light&Sound Show, die die historischen Ereignisse und die Dampfbadkultur dem Besucher näher bringen sollen. Das Gebäude besteht aus Höhlen mit Keramikfliesen und Böden, die durch eine farbenfrohe Beleuchtung betont werden.

Der antike Hafen von Akko


Nachdem wir einige der Geheimnisse der unteririschen Stadt Akko kennengelernt haben, spazieren wir durch das Gassenlabyrinth zum umtriebigen Hafen von Akko mit seinem Leuchtturm. Unser Hunger nach Kultur ist vorerst gestillt. Dafür ist die Lust auf einen Kaffee immer größer groß. Also entscheiden wir uns für einen Kaffee direkt am am Festungswall.

Um zu verstehen, warum Akko eine so historisch bedeutende Stadt ist, muss mann kurz in die Geschichte eintauchen: Zum ersten Mal wird der Hafen im Zusammenhang mit dem Feldzug gegen Ägypten 527 - 525 v. Chr. erwähnt. Der Hafen wird während der Herrschaft von Ptolomaios II (285 - 246 v. Chr.) angelegt, wodurch Akko sich in eine internationale Hafenstadt und in das Tor nach Israel verwandelt. Die Stadt erreicht während der Eroberung durch die Kreuzfahrer ihre Blütezeit. Im 13. Jahrhundert wird Akko zur Hauptstadt des Kreuzfahrerkönigreich im Heiligen Land.

Nach der osmanischen Eroberung gerät der Hafen in Vergessenheit und dient heute nur noch als Anlegestelle für Fischerboote.

Die Karawanserei Khan al-Umdan


Insgesamt gab es in Akko vier große ’Khans‘ (Karawansereien), in deren Höfe einst Kamelkarawanen Quartier bezogen. Wir stehen vor der Karawanserei Khan al-Umdan in der Nähe des Hafens. Alles wirkt ziemlich heruntergekommen, die Eingangsportale sind mit Bauzäunen abgesperrt, so dass uns nur ein Blick von außen gewährt wird. Um den von Kolonaden gesäumten Innenhof befinden sich die Lagerräume sowie die Stallungen während oben die Schlafquartiere liegen.

Plötzlich stoppt ein Einheimischer und lenkt unseren Blick hinauf zur Turmuhr. Anschließend erklärt er uns, dass die Turmuhr des quadratischen osmanischen Turms nur ein Replikat sei. So hätte Frankreich die Turmuhr zur Restauration erhalten, aber diese nie mehr zurückgegeben.

Das Leben im Souk (Basar)


Ein weiteres Highlight der Stadt ist der Besuch des kleinen, aber sehr lebendigen Souk. Hier kocht frischer Hummus in riesigen Kesseln, frischer Fisch und Obst wird feilgeboten und allerlei touristischer Schnickschnack. Im Hintergrund schallt arabische Musik während es überall nach exotischen Kräutern und Gewürzen duftet.

Die Ramhal-Synagoge


Neben arabischen Bauwerken befindet sich in der historischen Altstadt von Akko auch eine jüdische Synagoge und zwar die Ramhal-Synagoge. Wir werden von einem alten Mann herzlich begrüßt, der uns seine einfach gehaltene und wenig prunkvolle Synagoge zeigt. In einer Mischung aus Hebräisch und ein paar Brocken Englisch erzählt er uns etwas über die Geschichte der Synagoge.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Akko


-Or Torah (Tunesische) Synagoge – ’Jariva‘

-Bahjí-Villa

-Okashi-Kunstmuseum

-Das unterirdische Pionier Museum

Fazit - eine faszinierende Tour durch Akko

Die Altstadt von Akko, die geheimnisvolle Kreuzfahrer-Stadt, ist eine der prominenten Städte des Altertums. Eine befestigte Hafenstadt, die als das Tor zum heiligen Land diente. Und zahlreiche Kulturen hinterließen ihre Spuren. Bei unserem Städtetrip durch Akko haben wir uns von dem einzigartigen touristischen Wert überzeugt. Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen.

Am besten besuchst Du Akko am frühen Vormittag, dann sind die Gassen der Altstadt noch menschenleer und Du kannst an den kleinen Ständen Falafeln und andere Snacks probieren.

Um sich bereits vor der Reise über das kontrastreiche Israel zu informieren, empfehlen wir einen guten Reiseführer, wie etwa den DuMont Reise-Handbuch Reiseführer Israel, Palästina, Sinai: mit Extra-Reisekarte*.

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