Austernsafari auf Fanø - Reiseblog Reisepuzzle Städtereisen für Paare und Pärchen

Die Austernjäger von Fanø

von Reisepuzzle
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Rund 30 hungrige Feinschmecker und solche, die es vielleicht werden wollen, auf der Jagd nach dem besonderen Genuss. Nicht mehr als mit einem Plastikeimer, Gummistiefeln und wetterfester Kleidung bewaffnet waren sie auf Austern-Safari durch das Watt der süddänischen Nordsee. Das Ziel – die entlegenen Austernbänke vor der Küste der Insel Fanø.

Mit Jesper Voss gingen wir raus ins Wattenmeer, um die neuen Nachbarn „die Pazifische Auster“ zu besuchen. Es war gegen 9.30 Uhr als wir durch eine Mischung aus Wasser, Sand und Schlamm wadeten. Jeder unserer Schritte verursachte ein schmatzendes, glucksendes Geräusch. Hin und wieder blieben unsere Stiefel im Schlick kleben und das alles gegen den Wind. Wir wussten natürlich, dass es bei unserer Austernjagd nicht nur um den kulinarischen Genuss ging, sondern auch um den zusätzlichen Reiz, die mehrstündige Entdeckungstour durch die Wattlandschaft.

Nach der Hälfte der Strecke machten wir unseren ersten Stopp und Jesper erzählte uns über den Wandel der Hafenstadt Esberg – von der ehemals florierenden Fischerei hin zum modernen Offshore-Hafen, wo im Nebelschleier Montageschiffe der Windkrafträder vor Anker lagen. Aber auch das größte auf dänischem Festland gebaute Kohlekraftwerk sowie die Probebohrtürme für Ölbohrungen sorgen für den wirtschaftlichen Wachstum in der Region rund um Esberg.

Wattwanderung mit Austernsuche auf Fanø - Reiseblog Reisepuzzle Städtereisen für Paare und Pärchen

30 hungrige Feinschmecker auf Austernsafari auf Fanø.

 

Nach diesem kleinen Exkurs in die Stadtentwicklung von Esberg ging es weiter mit unserer Austern-Safari. Wir brauchten nicht ganz so weit laufen, um auf die ersten Austern zu stoßen. Wie uns Jesper erklärte, können sie in den kälteren Monaten des Jahres bedenkenlos roh vor Ort verzehrt werden. Und falls einem dabei doch etwas schummrig in der Bauchgegend werden sollte, dann soll Ananas-Saft genau das Richtige Heilmittel dafür sein. Auf die Frage, wie die Pazifikauster es geschafft hat, sich hier im dänischen Wattenmeer anzusiedeln, verriet er uns, dass sie womöglich Mitte der 1990er Jahre als blinde Passagiere mit den Containerschiffen nach Esberg gekommen waren.

Nach einer halben Stunde waten, ging es plötzlich los: Überall im Schlick lagen dicke, grausilbrige Klumpen, die in ihrer Erscheinung nicht gerade ästhetisch aussahen. An ihnen hafteten Seepocken, kleine Miesmuscheln und eine Menge Schlick. Außerdem mussten wir uns vor den extrem scharfen Kanten hüten, an denen man schnell blutige Finger holen konnte. Zu unserem Erstaunen erfuhren wir von Jesper, dass die Auster deutlich mehr Wasser filtert als kleinere Muscheln und entsprechend die Qualität des Wassers verbessert.
 
Austern in allen erdenklichen Formen und Größen lagen um uns einfach herum. Immer wieder schepperte es in den Eimern der Austernjäger und rasch waren sie auch prall gefüllt. „Doch gesammelt durfte nur für den Eigenbedarf“, sagte Jesper. Auch unser Eimer füllte sich flux und wir brachten unsere schwere Beute zurück zum Strand. Puh. Noch wenige Schritte durch den schlammigen Boden. Unsere Arme wurden immer länger. Geschafft. Und wir freuten uns wie kleine Kinder. Denn jetzt begann der kulinarische Teil unseres Tagesausfluges auf Fanø.

Fanø Guide Jesper Voss - Reiseblog Reisepuzzle Städtereisen für Paare und Pärchen

Jesper Voss zeigt uns, wie die Dänen Austern essen.

 

Unweit des Strands, in der Nähe eines Bunkers aus dem 2. Weltkrieg hatte Jesper eine kleine, unscheinbare Hütte, wo das Freilicht-Lunch zelebriert werden konnte. Zuerst lernten wir, wie wir den harten und dicken Panzer der Auster knackten, ohne uns dabei zu verletzen. Alles, was wir dafür brauchten, waren ein Austernmesser und ein Handtuch. Wir legten die Auster in das Handtuch, griffen sie mit der Hand und stachen in das sogenannte „Auge“. Damit war eine Schwachstelle des Schale gemeint. Es dauerte eine Weile, bis wir den Dreh raus hatten. Spätestens jetzt hätte uns vermutlich jedes 3-Sterne-Restaurant gerne als Küchenhilfe vom Strand weg eingestellt.

Frischer geht es nun wirklich nicht
 
Der Däne genießt die Pazifikauster gegrillt mit Balsamico, Zwiebeln und Zucker. Doch erst einmal hieß es für alle Feinschmecker, die Auster roh zu schlürfen, um den urtümlichen Geschmack dieses Weichtiers zu erfahren. Anschließend taten wir es wie die Franzosen; wir beträufelten die Auster mit etwas Zitrone. Als Nächstes probierten wir die dänische Variante. Oder – und das kannten wir auch noch nicht – frische Auster mit einem Scheibchen Erdbeere und schwarzen Pfeffer. Hmm…lecker.
Wenn ihr jetzt denkt, das war schon der Hit unseres kulinarischen Abenteuers, dann müssen wir euch enttäuschen. Im gegrillten Zustand schmeckte die pazifische Auster noch viel besser. Auf dem Grill wurden die Austern in ihrem eigenen Saft ungefähr acht bis zehn Minuten gedünstet. Dabei öffneten sie sich fast von selbst. Im Anschluss wurde die obere Schalenhälfte auf der gewohnten Art entfernt und wahlweise mit Kräuterbutter, Parmesan oder Blauschimmelkäse gratiniert. Alles eine Frage des persönlichen Geschmacks. Aber ganz gleich, für welche Variante wir uns auch entschieden, es war ein Hochgenuss für unseren Gaumen.

Austern essen auf Fanø - Reiseblog Reisepuzzle Städtereisen für Paare und Pärchen

Lecker, lecker diese Austern. Frisch zubereitet am Strand von Fanø.

 

„Austern kauft man auf Fanø nicht, sondern sammelt sie im Watt und genießt sie anschließend am Strand“, sagt Jesper mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

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