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Ein Besuch im British Museum in London. Lohnt es sich?

von Reisepuzzle
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Millionen von Menschen drängen jedes Jahr ins British Museum in London. Aber Hand aufs Herz. Würdest Du als Museumsfan tatsächlich auf die Schätze der Weltkulturen verzichten wollen? Was gibt es im British Museum zu entdecken? Was sind die Höhepunkte des British Museums? Lohnt sich überhaupt ein Besuch?

Unser Besuch im British Museum in London – Angst und Freude

Keine Chance für Langeweile! Im British Museum in London (deutsch: Das Britische Museum) gibt es so vieles zu entdecken.

Als wir uns auf den Weg nach London machten, um das British Museum mit all seinen Schätzen zu entdecken, hatten wir zu jenem Zeitpunkt kaum eine Vorstellung, wie groß das Museum überhaupt ist.

Gewiss. Wir wussten zwar, dass das British Museum zu den größten kulturgeschichtlichen Museen der Welt gehört. Aber als wir das Eingangsportal betraten, standen wir vor einer Herkulesaufgabe. Waren es die nahezu acht Millionen Ausstellungsstücke, die uns die Knie weich werden ließen, oder war es die atemberaubende Architektur?

Und doch: Wagemutig begaben wir uns auf einen Gewaltmarsch durch die Kulturen der Welt aus 7.000 Jahren und besuchten unter anderem Abteilungen zum Alten Ägypten, Nahen Osten, zur griechischen und römischen Antike, zu Indien, Afrika, zum prähistorischen und römischen Britannien und zum Mittelalter. Dabei fühlten wir uns wie Indiana Jones. Schließlich gibt es nur wenige Orte auf der Welt, an denen man nachfühlen kann, wie es ist, Schätze zu entdecken. Und von denen gab es im British Museum reichlich.

Natürlich muss man kein Historiker oder Archäologe sein, um beim Betrachten der Ausstellungstücke seinen Spaß zu haben. Denn beim Museumsbesuch geht es nicht um historisches Fachwissen oder das Erlernen aller im Museum ausgestellten Exponate. Vielmehr ist es eine gute Gelegenheit, in die Kulturgeschichte der Menschheit einzutauchen, mit Originalen in Kontakt zu kommen und alte Welten zu bestaunen.

Komm mit, nimm unsere Einladung an und begleite uns. Wo auch immer dich deine Reise im British Museum London hinführt – du kannst dich auf erlebnisreiche Stunden freuen.

Das British Museum – eines der ältesten und grössten Museen der Welt

Was heute ein kulturhistorischer Hochkaräter ist, begann im Jahr 1759 als eine überschaubare Sammlung des königlichen Leibarztes, Naturforschers und Sammlers Hans Sloane (1660-1753).

Im Jahr 1753 wurde das British Museum in London gegründet, das damals aus einer Bibliothek und einem kleinen Museum bestand.

Den Grundstock der Sammlung bildeten rund 40.000 Bände aus der Bibliothek des königlichen Leibarztes, Naturforschers und Sammlers Sir Hans Sloane, die er dem britischen König George II auf dem Sterbebett vermachte. König George II. selbst spendete 1757 die Privatbibliothek des Königshauses – die ’Old Royal Library‘. Hinzu kamen die Handschriftensammlungen von Robert Bruce Cotton und Robert Harley. Somit bestand die Gründungssammlung des British Museum hauptsächlich aus Büchern, Manuskripten, Drucken und Zeichnungen sowie naturwissenschaftlichen und ethnografischen Objekten.

Um die breite Öffentlichkeit an diesen Schätzen teilhaben zu lassen, öffnete das British Museum erstmals seine Pforten am 15. Januar 1759 und zwar im viktorianischen Montagu House in der Great Russell Street in London.

Der Eintritt war frei und für jedermann zugänglich.

Anfang des 19. Jahrhunderts wuchs die Sammlung des British Museum infolge der napoleonischen Kriege und der Beutezüge in den Kolonien des britischen Empires massiv an. Zu den neuen Errungenschaften gehörten beispielsweise der Stein von Rosetta (1802), die Skulpturen-Sammlung von Charles Townley (1805) und die Parthenon-Skulpturen (1816).

Letztendlich musste ein neues Gebäude her und der Architekt Sir John Smirke (1780-1867) lieferte 1823 einen neuen Entwurf.

Gut vierundzwanzig Jahre vergingen, bis die Kostbarkeiten der Sammlungen ein neues Zuhause hatten – ein gewaltiger klassizistischer Bau mit zwei vorspringenden Flügeln und einem mittleren Portikus samt einer Säulenreihe von acht ionischen Säulen.

In der Mitte des eindrucksvollen Gebäudes wurde ein Kuppelbau errichtet, der als ’Reading Room‘ der British Library fungierte.

Um den stetig wachsenden Sammlungen des Museums mehr Raum zu geben, wurden die naturkundlichen Bestände im Jahr 1880 in ein neues Gebäude in Kensington verlegt, das so zum Natural History Museum wurde.

Mit dem Anwachsen der Sammlungen des British Museum wuchs zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch das Interesse der Bevölkerung. Vor allem an Feiertagen lockten die Kulturschätze viele Menschen – Groß und Klein – ins Museum. Um ihnen einen besseren Überblick zu verschaffen, brachte das British Museum seinen ersten Museumsführer heraus. Des Weiteren wurden den Besuchern Vorträge geboten.

In den folgenden Jahrzehnten lag der Fokus auf Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten.

In 2000 feierte das British Museum die Einweihung des Queen Elizabeth II Great Courts, dem überdachten Museumshof von Sir Norman Foster, in dessen Zentrum sich der schöne Lesesaal der ehemaligen British Library aus dem 19. Jahrhundert befindet.

Die Stahl-Glas-Konstruktion des Daches, die aus 1.656 Paar Glasplatten besteht, sorgte dafür, dass das Gebäude selbst zu einer Sehenswürdigkeit geworden ist.

Kurzum: Das British Museum hat es geschafft, ganz im Geiste der Aufklärung alle Schätze der menschlichen Kultur unter einem Dach zu versammeln.

Was kann man im British Museum alles entdecken?

Ein Besonderes Zeitreise-Erlebnis wartet im British Museum in London. Also flache Schuhe anziehen und ins Museumsabenteuer stürzen!

Mit Exponaten aus aller Welt und allen Zeitepochen vermittelt das British Museum einen Überblick über zwei Millionen Jahre Menschheitsgeschichte.

Die reichhaltige Auswahl an Sammlerstücken erstreckt sich von archäologischen Schätzen der Welt der Antike über Kunstwerke aus dem Mittleren Osten und der islamischen Kultur bis hin zu Meisterwerken aus Asien. Jedes der im Museum ausgestellten Exponate ist einzigartig und hat eine ebenso einzigartige Geschichte zu erzählen.

Eines können wir bereits im Vorfeld unserer Besichtigungstour festhalten: Aufgrund der Größe ist es unmöglich, alles an einem Tag zu sehen. Daher empfehlen wir jedem Besucher des British Museums, anhand eines Museumsplan gezielt vorzugehen und die Bereiche zu besuchen, die einem besonders am Herzen liegen.

Das alte Ägypten

Herzstück des British Museum ist die ägyptische Sammlung, die uns einlädt, die Welt des pharaonischen Ägyptens mit unseren eigenen Augen wahrzunehmen. Wir durchschreiten gemächlich die Ausstellungsräume und genießen die Schönheit der Artefakte, zu denen riesige Statuen, imposante Skulpturen, filigrane Plastiken und mächtige Säulen gehören. Überwältigend ist auch die sehr umfangreiche Sammlung an ägyptischen Mumien und prunkvoll geschmückten Sarkophagen.

Einer der berühmtesten Schätze des Londoner Museums befindet sich ebenfalls hier: der Stein von Rosette. Erst mit diesem Stein war es Forschern gelungen, die Hieroglyphen erstmalig zu entziffern und so einen Einblick in die ägyptische Zivilisation zu erhalten.

Das griechisch-römische Erbe

Einblicke in die griechische und römische Antike bieten die ebenfalls im Westflügel des British Museum ausgestellten Stücke.

Dieses reichhaltige Erbe umfasst über 100.000 Objekte und reichen vom Beginn der griechischen Bronzezeit bis hin zur Herrschaft des römischen Kaisers Konstantin im 4. Jahrhundert n. Chr. zurück.

Beim Rundgang durch die Ausstellungsräume sehen wir, dass auch die kykladischen, minoischen und mykenischen Kulturen vertreten sind.

Ein besonderes Glanzlicht in der griechisch-römischen Sammlung stellen die Parthenon-Skulpturen dar, die der damalige britische Botschafter im Osmanischen Reich, Lord Elgin, nach England mitbrachte.

Das römische und mittelalterliche Britannien

Inmitten all den Exponaten aus Ägypten, Griechenland und Rom zeigt das Britische Museum auch, was für Schätze aus der Zeit der römischen Besatzung in Großbritannien zusammengetragen wurden.

Die vier wohl bekanntesten Stücke jener Zeit sind die Lewis-Schachfiguren, der Schatz von Mildenhall, der Lindow-Man und das Schiffsgrab von Sutton Hoo.

Afrika, Ozeanien, Amerika

Nicht versäumen sollte man die Masken, Trommeln, Speere und Schmuckstücke aus Afrika, Ozeanien und Amerika.

Zur Sammlung gehören rund 350.000 Exponate, die die Kulturen der indigenen Völker auf vier Kontinenten repräsentieren. Zusammengetragen wurde sie zumeist im 19. und 20. Jahrhundert. Doch das Sammeln des „anderen Lebens“ hält bis heute an.

Besonders interessant finden wir in dieser Abteilung des British Museum die aztekische Mosaikmaske des Tezcatlipoca aus dem 15. Jahrhundert. Zu unserer Überraschung handelt es sich dabei um einen menschlichen Schädel, der mit einem Mosaik in Türkisen bedeckt ist.

Ein besonderer Hingucker ist die Schriftrolle der Ermahnung, die in der Geschichte der chinesischen Kunst einen exponierten Platz einnimmt.

Die ostasiatische Kunst

Auf ein breites Interesse stößt bei den Besuchern auch die asiatische Sammlung. Zu ihr gehören Stein- und Bronzefiguren, Skulpturen aus Indien – darunter die berühmte buddhistischen Kalksteinreliefs aus Amaravati – sowie vortreffliche Altertümer und Grafiken aus Japan. Darüber hinaus glänzt die Ausstellung mit buddhistischen Gemälden aus China.

Ein besonderer Hingucker ist die Schriftrolle der Ermahnung, die in der Geschichte der chinesischen Kunst einen exponierten Platz einnimmt.

Wer sich für Jade, Keramik und Porzellan oder für Textilien und Alltagsgegenstände interessiert, der hat seinen Platz in der Asien-Abteilung gefunden.

Der Nahe Osten

Obwohl wir von den schier unendlich vielen Antiquitäten regelrecht überflutet werden, möchten wir in jedem Fall noch einen Blick in die Abteilung Mittlerer Osten werfen. Denn dort lassen sich die riesenhaften geflügelten Stiere von Khorsabad, seltene Artefakte aus den Königsgräbern von Ur, die Goldfigurinen aus dem Oxus-Schatz und die einzigartige Kollektion assyrischer Reliefs bestaunen.

Münzen, Drucke und Zeichnungen

In den heiligen Hallen des British Museum gibt es für Freunde von Münzen und Medaillen ebenfalls eine stattliche Sammlung. Historisch betrachtet deckt sie die gesamte Geschichte der Münzprägung ab und zwar von ihren Anfängen im 7. Jahrhundert v. Chr. bis heute.

Erwähnenswert sind auch die zahlreichen Drucke und Zeichnungen. Insgesamt verfügt das Museum über 50.000 Zeichnungen und mehr als zwei Millionen Drucke unter anderem von Albrecht Dürer und Michelangelo.

Was sind die Highlights im British Museum?

Ohne Plan verliert man sich schnell im musealen Labyrinth des Britischen Museums.

Der Stein von Rosette

Der Stein von Rosette ist der Schlüssel zu den Hieroglyphen. Es ist ein schwarz glänzender Basaltstein, der im Jahr 1799 bei der Errichtung von Wehranlagen in der Nähe des Ortes Rosette im Nildelta von einem französischen Offizier gefunden wurde. Das Besondere: Auf dem Stein von Rosette befinden sich dreimal der gleiche Text in drei verschiedenen Sprachen – in Hieroglyphen, Demotisch und Altgriechisch. Auf dieser Grundlage schaffte es der Franzose Jean-Francois Champollion, das Rätsel um die Hieroglyphen zu lösen.

Die ägyptischen Mumien

Bei Mumien denkt wohl jeder sofort an Pyramiden und Pharaonen. Umso beeindruckender ist die Sammlung ägyptischer Mumien. Die älteste Mumie im Museum ist die wegen ihres rötlichen Haarschopfes liebevoll genannte Ginger (Rotschopf). Dank des heißen Wüstensands ist sie so gut wie unversehrt. Überwältigend ist auch die große Vielfalt an Sarkophage. An dieser Stelle sollte die Grabkammer mit dem Alabaster-Sarkophag von Sethos I. aus dem Tal der Könige erwähnt werden.

Die Parthenon Skulpturen

Einst waren die Parthenon-Skulpturen Teil des Parthenon-Tempels auf der Akropolis in Athen, bis der britische Diplomat Lord Thomas Bruce Elgin 1801 vom osmanischen Reich die Erlaubnis bekam, die griechischen Skulpturen nach England abzutransportieren. Um ihre atemberaubende Eleganz den Besuchern näher zu bringen, wurde für sie eigens ein neuer Saal im British Museum gebaut.

Der Lindow Man

Ganz ruhig und schlafend liegt er da in der Vitrine, der Lindow-Man. Die mehr als 2.000 Jahre alte Moorleiche wurde 1984 in der englischen Grafschaft Cheshire bei Manchester gefunden. Doch so friedlich wie sie hier schlummert, so erschreckender ist die Erkenntnis der Forscher, dass der Lindow-Man eines grausamen Todes starb – nicht etwa durch einen Fehltritt im Moor, sondern durch rituelle Gewalt. So wurde ihm der Schädel zertrümmert, das Genick gebrochen und noch die Kehle durchgeschnitten.

Die Hoa Hakananai’a

Die Moai-Steinstatue mit dem Namen Hoa Hakananai’a wurde im Jahr 1868 von Kapitän Richard Powell als Geschenk für Queen Victoria von den Osterinseln nach London gebracht. Die Besonderheit an diesem 2,4 Meter hohen Steinriesen ist, dass sie als einzige aus Basalt gefertigt worden ist und nicht wie die meisten Moai aus Tuffstein. Über die Erbauer der Statuen ist allerdings nur wenig bekannt.

Die Uhren Ausstellung

Die Zeit tickt und zwar in der Abteilung ’Uhren, Uhrwerk und Zeit‘ des British Museum. Besucher erhalten hier einen Einblick in die Art und Weise wie Uhren arbeiten und aufgebaut sind. Es wird gezeigt wie sich Uhren auf die Gesellschaft ausgewirkt haben. Und es wird hier die historische Entwicklung der Uhren erzählt – von ihrer Erfindung in den frühen Jahren des 16. Jahrhunderts bis zur heutigen Funkuhr. Die Sammlung umfasst mehr als 5.000 Uhren der verschiedensten Art.

Der Great Court

Sobald man ins British Museum gelangt ist, geht der Blick erst einmal ehrfurchtsvoll nach oben – die grandiose Dachkonstruktion aus Glas und Stahl von Norman Forster. Hier schuf der Stararchitekt Europas größten überdachten Platz, indem er dem Lesesaal der British Library einen gläsernen Kuppelbau aufsetzte.

Im Great Court sind das Besucherzentrum, Great Court Restaurant, Great Café, ein Buchladen und der Museumshop untergebracht.

Informationen über das British Museum

▶ ÖFFNUNGSZEITEN

Das Museum ist täglich von 10.00 bis 17.30 Uhr geöffnet, freitags von 10.00 bis 20.30 Uhr.

▶ ADRESSE

British Museum

Great Russell Street

London, WC1B 3DG

Telefon: 020 7323 8299

▶ ÖFFENTLICHE VERKEHRSMITTEL

U-Bahnhöfe Holborn, Tottenham Court Road, Russell Square und Goodge Street

▶ TIPP

Wegen des stets großen Besucherandrangs ist es empfehlenswert, das Museum am frühen Vormittag oder am späten Nachmittag zu besuchen.

Ein guter Tag für einen Museumsbesuch ist der Freitagabend. Mit deutlich mehr Besuchern ist an den Wochenenden zu rechnen – während der Samstag viel besucht wird, sollte der Sonntag eher gemieden werden.

Der Eintritt ins Britische Museum ist frei.

▶ WEBSEITE

www.britishmuseum.org

Lohnt sich ein Besuch im British Museum in London?

Unser Fazit nach vier Tagen Museumsluft schnuppern lautet: Das British Museum London mit all seinen faszinierenden Abteilungen ist nicht nur für Kunst- und Kulturliebhaber ein ganz besonderer Ort auf der Welt, sondern für jeden, der die britische Hauptstadt besucht. Hier finden Museumsfreunde alles, was das Herz begehrt.

Kurzum: Das Britische Museum ist eine riesige Schatzkiste voller Kostbarkeiten. Und eines steht für uns fest – das Museum hat mehr zu bieten, als nur verstaubte Relikte aus längst vergangenen Zeiten.

Übrigens: Wenn du nach noch mehr Wissen gierst, dann lohnt sich wunderbar ein Abstecher nach Canterbury. In nur knapp einer Stunde kannst du dir die Sehenswürdigkeiten von Canterbrury anschauen.

* Get Your Guide
Hier sind ein paar Touren, die wir dir auf jeden Fall empfehlen würden.

Warst Du schon einmal im British Museum London? Wie haben Dir unsere Tipps & Informationen gefallen? Dann ab in die Kommentare damit!

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