Die gelbe Kathedrale von San Cristóbal de las Casas - Städtereisen Reiseblog Reisepuzzle

San Cristóbal de las Casas: Auftakt in Mexiko

von Reisepuzzle
0 Kommentar

San Cristóbal de las Casas – das von Feldern und Pinnienwäldern umgebene koloniale Städtchen im Hochland von Chiapas, dem südlichsten Bundesstaat Mexikos. Und obwohl es seit den 70er Jahren entlang der touristischen Mainstream-Route liegt, konnte sich das zauberhafte Bergstädtchen sein ruhiges und unkonventionelles Ambiente bewahren. Was Du in San Cristóbal de las Casas auf keinen Fall verpassen solltest, haben wir für Dich in unserem kleinen Reisebericht zusammengefasst.

Einst mit dem Prädikat ’Pueblo Mágico’ gekürt, verzaubert das mexikanische Bergstädtchen nach wie vor mit kolonialer Vergangenheit und indigener Gegenwart. Bei unserem Rundgang durch die engen kopfsteingepflasterten Straßen und Gassen fallen uns die malerischen Häuserfassaden auf. Ebenso beeindruckt uns das lebhafte Markttreiben, das im Kontrast zur ruhigen Altstadt steht.

San Cristóbal de las Casas – Bummeln durch bunte Gassen

Der Zócalo ist das Herz der Stadt – wichtiger Versammlungspunkt mit breiten Wegen und schmiedeeisernen Bänken. Es ist schon später Nachmittag. Gemütlich bei einem leckeren Kaffee aus Chiapas beobachten wir das bunte Treiben. Sobald die Sonne hier beginnt unterzugehen, spielen die Musiker für die Passanten ihre Liedern und sorgen für eine ausgelassene Stimmung. Weiter geht es zur Kathedrale und zum Rathaus. Beide Gebäude befinden sich im Mittelpunkt der Altstadt. Beim weiteren Rundgang besuchen wir die Iglesia de Guadalupe.

 

Filigrane Fassadendekoration San Cristóbal de las Casas - Städtereisen Reiseblog Reisepuzzle

Filigrane Fassadendekoration zum Bestaunen

 

Wir steigen eine steile Treppe mit unzähligen Treppenstufen hinauf. Eine sportliche Angelegenheit, wie sich herausstellt. Aber dafür wird unsere Mühe mit einer eindrucksvolle Aussicht auf die Berge des Umlands, die Ländereien und die Stadt selbst voll und ganz entlohnt. Am Fuße der Treppe wieder angekommen, stoßen wir auf die Real de Guadeloupe – eine zentrale Straße, lebendiger Dreh-und Angelpunkt mit Supermärkten, Mode-Boutiquen, Restaurants und Cafés.

Der Indio-Markt nahe der Santo-Domingo-Kirche

Am Markt rund um die Kirche Santo Domingo kommen wir auch nicht vorbei. Ein faszinierendes Markttreiben spielt sich vor unseren Augen ab. Denn die Händler tragen ihre unverwechselbare traditionelle Kleidung in kunterbunten Farben und vielfältigen Mustern, während sie einerseits Textilien, Keramik, Obst und Gemüse aber anderseits auch eine Vielzahl an handgefertigten Waren den Touristen zum Kauf anbieten.

Farbenfrohes Markttreiben in San Cristóbal de las Casas - Städtereisen Reiseblog Reisepuzzle

Farbenfrohes Markttreiben in San Cristóbal de las Casas

 

Stundenlang können wir auf dem Markt von San Cristóbal de las Casas verbringen, zu stöbern und zu staunen. Dennoch machen wir uns allmählich wieder auf den Weg ins Hotel, um am nächsten Tag mit dem Ausflug in die wilde Natur rund um San Cristóbal de las Casas zu starten. Wir wollen nämlich das Wasser aus fliessender Jade in Canyon del Sumidero bewundern und die kulinarische Vielfalt von Chiapas in Comitán kennenlernen.

Auf dem Indio-Markt in San Cristobal - Städtereisen Reiseblog Reisepuzzle

Wochenmarkt in San Cristóbal de las Casas

 

Ausflüge rundum San Cristóbal de las Casas

Ausflugsidee Canyon und Comitan

Das Hotel Mansion del Valle in Calle Diego de Mazariegos liegt zwar nicht ganz zentral in San Cristobal, es ist jedoch ein idealer Ausgangsort für Tagesausflüge in das umliegende Bergland.

Wir starten ziemlich früh mit einer Autofahrt nach Chiapa de Corzo, die älteste Stadt von Chiapas.  Anziehungpunkt des Städchens ist ein Brunnen auf der Plaza Pincipal. An der Plaza liegt das kleine Lackmuseum Museo de la Laca. Hier lernen wir das lokales Handwerk kennen und bekommen eine Sammlung antiker Masken gezeigt. Anschließend machen wir eine kleine Rast in einem der Cafes und Restaurants direkt am Ufer des Rio Grijalva.

Die Kirche Santo Domingo aus dem 16. Jh ist besonders gut erhalten. Hier läuten die ältesten Glocken der Lateinamerika, sagt uns unser Reiseführer. Das Glockengeläut lassen wir kurz auf uns einwirken. Anschließend begeben wir uns zur Bootsanlegestelle Chiapa de Corzo. Dort starten wir der unsere Bootsfahrt auf dem Canon del Sumidero.

Übrigens, die Stadt ist für ihr fröhliches Fest ’Fiesta Grande de Enero’ berühmt, das, wie der Name schon erahnen lässt, im Januar stattfindet. Schade, dass wir diesem fröhlichen Schauspiel nicht beiwohnen konnten.

Naturreservat Canon del Sumidero - Städtereisen Reiseblog Reisepuzzle

Naturreservat Canon del Sumidero

 

Im Naturreservat Canon del Sumidero werden Bootstouren auf dem Rio Grijalva angeboten. Du kannst etwa mit dem Schnellboot für rund 40 Minuten Fahrt  in einer Gruppe von 25 Personen fahren. Gleichwohl hast Du die Möglichkeit, an einer 3-stündigen Bootsfahrt in einer kleinen Gruppe teilzunehmen. Wir entscheiden uns für die letzte Variante. Bereits vor Antritt unserer Bootstour freuten wir uns schon darauf, die Natur in ihrer vollen Pracht zu erleben. Hierzu gehören auch Kormorane und Pelikane, aber auch mit etwas Glück sogar Krokodile.

Im nächsten Moment kreischt eine Frau auf den vorderen Bootsplätzen auf: Krokodilen, Krokodilen“. Uns ist in dem Moment klar, die Kamera in Position zu bringen und auf den Auslöser zu drücken. Wow, alles geht so schnell.

Krokodil am Flussufer des Naturreservats Canon del Sumidero - Städtereisen Reiseblog Reisepuzzle

Krokodil am Flussufer des Naturreservats Canon del Sumidero

 

Wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt in Chiapa de Corzo genießen wir ein spätes Frühstück, lassen die Eindruck sacken und schmieden bereits neue Pläne für den weiteren Verlauf des Tages. Wir entschieden und für eine kleine Spazierfahrt mit dem Auto entlang der Serpentinenstrecke. Hinter beinahe jeder Kurve offenbart sich uns eine neue Postkartenidylle. Ein Foto-Stop folgt auf dem anderen. Einen besonders schönen Ausblick haben wir von den zahlreichen Aussichtsplattformen (mirador), die an der Wegstrecke gelegen sind.

Von hier hast Du die schönsten Panoramablicke:

• Mirador El Tepehuaje
• Mirador Los Chiapas
• Mirador La Coyota
• Mirador la Ceiba

Das nächste Highlight des Tages – kulinarische Expedition nach Comitán de Domínguez. Das Künstler-Städtchen liegt nicht direkt auf den bekannten meistens gefahrenen Touristenrouten in der Region. Daher wird es oft außer Acht gelassen. Völlig ungerecht! Die Stadt bietet uns einen Einblick in die reichen Traditionen und die Kultur der einheimischen Indianer. Wie in vielen Ortschaften spielt auch hier das Leben um den Hauptplatz herum.

Die Kirche Santo Domingo aus dem 17. Jahrhundert, das niedliche Kunstmuseum sowie das Archäologisches Museum sind bequem per Fuss zu erreichen. Aber vor allem kann man hier die Vielfalt der indigenen Küche genießen.

Zu den bekannteste Gerichten gehören die Butifarra (eine Wurst aus gewürztem Schweinefleisch) und unterschiedliche Arten von Tamales (Maisteig mit süßer oder salziger Füllung), insbesondere die Tamales pitual, aus Mais, Bohnen und Koriander, die Tamales patzitos mit einer Füllung aus süßer Sahne und die Tamales de chiplin, zubereitet mit Chiplinblättern. Die etwas risikofreudigeren Feinschmecker könnten etwa die mit Limettensaft verfeinerten Tzisim (gesalzene und frittierte Ameisen) probieren. Getrunken wird Comiteco – eine Art von Pulque (Nationalgetränk von Mexiko, ein alkoholisches Gärgetränk), zubereitet mit Maguey (Agavenart) und Piloncillo (verkochter Zuckerrohrsaft). Zurück in San Cristobal besuchen wir das Na Bolom Museum, ein Forschungszentrum der Maya-Kultur.

Die Fotografien der Indigenas beeindrucken und berühren uns sehr. Das Haus an sich ist unglaublich liebevoll eingerichtet. Im Innenhof sitzen einheimische Frauen mit ihren handgemachten Objekten. In entspanntem Tempo besichtigen wir das Gebäude sowie die Gartenanlage. Wenn Du dich für einheimische Pflanzen interessiert, kannst Du hier einiges sehen.

Übrigens: Die Tickets musst Du gegenüber im Gartenbistrot kaufen, dort wo die grosse Piroge steht.Morgen geht es zu den im Gebirge liegenden Dörfern San Juan Chamula und San Lorenzo Zinacantán.

Für Gartenliebhaber haben wir sogleich einen Geheimtipp: ’Orquídeas Moxviqui’, in der Nähe von San Cristóbal. Ein botanischer Garten mit Orchideen und einem Zentrum zur Rettung von Pflanzen. Die vielfältige Sammlung umfasst mehr als 400 der 700 registrierten Orchideenarten, aus der Region zu finden sind. Auch viele traditionelle Heilpflanzen, die von Maya-Indianer benutzt werden, sind hier zu sehen. Ein Regenbogen aus Pflanzen und Orchideen, ein Amphitheater, Park der Skulpturen , einladen Besucherzentrum – alles da, um über die reiche Artenvielfalt zu stauen und gemütliche 2-3 Stündchen zu verbringen.

Ausflug von San Cristobal de las Cashs mit dem Fahrrad - Städtereisen Reiseblog Reisepuzzle

Ausflug von San Cristobal de las Cashs mit dem Fahrrad

 

Ausflugsidee San Juan Chamula und San Lorenzo Zinacantán

Heute tauchen wir in eine Welt, die wir noch gar nicht kennen – Traditionen und Bräuche der Trotzil-Indianer, die in dieser Gegend ihre indigene Traditionen und Lebensweisen bewahrt haben und auch heute noch pflegen. Unser erstes Etappenziel ist das kleine Trotzil-Dorf Zinacantán.

Übrigens: Im ganzen Dorf herrscht ein striktes Fotografierverbot. Da hier noch vorchristliche religiöse Rituale zelebriert werden, glauben die Indianer, dass das Ablichten einen Teil der Seele aufnehme. Selbst wenn die Dorfbewohner „nur“ von ständigen touristischen Knipsen genervt sind, respektieren wir das und packen unsere Kameras gar nicht erst aus.

Die zentrale asphaltierte Straße führt uns zu einer weißen Kirche mit einem buntverzierten Eingang. Die örtliche San-Lorenzo-Kirche kann besichtigt werden und gibt uns einen ersten Eindruck von der Vermischung präkolumbianischer Rituale mit katholischen Glaubenselementen. Taufe ist auch das einzige christliche Sakrament, das die Leute hier anerkennen.

Balkondeko in Comitán de Domínguez - Städtereisen Reiseblog Reisepuzzle

Balkondeko in Comitán de Domínguez

 

Zurück zum Auto geht es direkt ins nächste Dorf – San Juan Chamula. Nachdem wir im Dorf angekommen sind, gehen wir zunächst zur Stadtverwaltung. Dort entrichten wir eine Gebühr, um die Ortschaft besichtigen und die Kirche betreten zu dürfen. Obwohl wir in San Juan Chamula ebenfalls auf Trotzil-Indianer stoßen, herrscht unter ihnen eine komplett andere Stimmung. So herrscht überall buntes Treiben, und wir können ihre farbenfrohen Trachten bestaunen.

Wir besuchen die Kathedrale San Juan Bautista, die schon 1524 erbaut wurde. Sie ist Johannes dem Täufer gewidmet. Von außen fällt sie eher unscheinbar. Sobald wir sie jedoch betreten haben, befinden wir uns in einer sehr befremdlichen Welt. An den Wänden hängen Glaskästen mit Heiligen. Doch weder ein Altar, noch Sitzbänke, eine  Orgel oder ein Pfarrer sind dort auszumachen.

Die Gläubigen hocken auf dem Boden vor mehreren direkt am Boden aufgestellten brennenden Kerzen. Der Fußboden ist mit Heu und Tannennadeln ausgelegt.
Ein Murmeln der gesprochenen Gebete, dicke Schwaden von Weihrauch und Kopal hängen in der Luft. Um Kontakt zu den Heiligen herzustellen, wird Cola getrunken. Das soll böse Geister aus dem Körper vertreiben. Hinweis: In der Kirche herrscht striktes Fotografierverbot.

Indigene Handwerkskunst - Städtereisen Reiseblog Reisepuzzle

Indigene Handwerkskunst

 

Als Nächstes besuchen wir auf unserem Rundgang den hiesigen Markt. Für die Trotzil-Indianer fungiert er als wichtiger wirtschaftlicher Knotenpunkt.  Dort werden hochwertige handgefertigte Waren aus der Region angeboten. Zum Angebot gehören aber auch traditionelle Textilien, Korbwaren, Souvenirs sowie alle möglichen Früchte , verschiedene Getreidesorten, Bohnen und Mais.

Trotz unserer Verbots zu Fotografieren möchten wir Dir noch einen wohl gemeinten Tipp geben:  Im Februar/März findet im Dorf der Karneval statt. Er fällt zeitlich mit wichtigen Daten des antiken Maya-Kalender, genauer gesagt zum Zeitpunkt der Aussaat. Während dieser 5 Tage werden Reiterspiele und Maskentänze veranstaltet. Die Einheimischen laufen barfuß über glühende Holzkohlen und Zweige. Wie Du vielleicht schon erahnen wirst, ist auch zum Karneval das Fotografien nicht erlaubt.

Fazit

Um San Cristóbal de las Casas Puls richtig zu spüren, solltest Du Dich nicht allzu lange auf touristischen Pfaden bewegen. Stattdessen solltest Du besser in den ’Pueblo viejo‘ (Altstadt) mit seinen Kopfsteinpflasterstraßen gehen und die Kolonialbauten bestaunen. Ebenso solltest Du die einheimischen Indio-Märkte mit ihren einzigartigen Ambiente besuchen. Dank des gerade verlaufenden Straßennetzes, das sich über sanfte Hügel erstreckt, lässt sich die Stadt prima zu Fuß entdecken.

Templo de Santo Domingo - Städtereisen Reiseblog Reisepuzzle

Templo de Santo Domingo

 

San Cristóbal de las Casas selbst ist im Grunde genommen während eines Reisetages gut zu erkunden. Es eignet sich dafür ideal als Ausgangspunkt, um Ausflüge, Wanderungen, Ausritte oder Radtouren in die Umgebung des schönen Chiapas-Hochland zu unternehmen. Wenn Du in indigenen Dörfern unterwegs bist, solltest Du beim Fotografieren der Einheimischen erst immer um Erlaubnis fragen. Denn manche von ihnen sind Fremden gegenüber recht misstrauisch eingestellt.

"

Teile diesen Beitrag mit Freunden!
0 Kommentar

Noch mehr Städtereisen

Hinterlasse einen Kommentar!

* Durch die Nutzung dieses Formulars erklärst Du dich mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden.

Unsere Website verwendet Cookies, um unseren Reiseblog besser auf Deine Wünsche ausrichten zu können. Bitte akzeptiere unsere Cookies, um Reisepuzzle optimal nutzen zu können. Akzeptieren Mehr erfahren