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Sehenswürdigkeiten in Jekaterinburg: So erlebt man Russland

von Reisepuzzle
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Wir sind in Jekaterinburg und wir kommen uns vor wie Reiseschriftsteller des 19. Jahrhunderts und 20. Jahrhunderts. Nur mit unserem Laptop bewaffnet, der die sperrige Schreibmaschine ersetzt hat, streifen wir durch die russische Stadt Jekaterinburg im Ural, um unsere Erinnerungen direkt vor Ort festzuhalten, und zwar in einer spannenden wie faszinierenden Welt voller Überraschungen. Gleichwohl müssen wir uns selber zwicken, schließlich verirren sich nur wenige deutsche Touristen in diese Ecke Russlands.

Jekaterinburg (Swerdlowsk) – ein weißer Fleck auf der Landkarte, aber warum?

Wir befinden uns ungefähr 20 Kilometer östlich des Urals und damit in der ersten Metropole der Russischen Förderation auf dem asiatischen Kontinent. Trotz ihrer Größe von knapp 1,4 Millionen Einwohnern hat das ehemalige Swerdlowsk allerdings kaum Weltruhm erlangt, vielleicht bis auf das eine Mal, als die russische Zarenfamilie am 17. Juli 1917 durch Bolschewisten ermordet wurde.

Wer sich als Tourist fragt, warum Jekaterinburg (Swerdlowsk) für uns die im Westen Europas lebenden Menschen weitgehend eine “Terra Incognita” geblieben ist, lässt sich damit begründet, dass Jekaterinburg bis zum Jahr 1991 für Ausländer und teils auch für einen Großteil der russischen Bevölkerung gänzlich unzugänglich war. Denn hier hatten die Munitions- und Waffenfabriken ihr zu Hause. Heutzutage spielt vorwiegend die Schwermetallindustrie eine bedeutende Rolle.

Wo liegt Jekaterinburg?

Die russische Millionen-Metropole Jekaterinburg ist nach Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk die viertgrößte Stadt in Russland. Sie liegt nur wenige Kilometer von der Grenze zwischen Europa und Asien entfernt, die in einer guten halben Stunde mit dem Auto erreicht wird.

Wer sich fragt, ob sich die Menschen in Jekaterinburg als Asiaten fühlen oder Europäer fühlen, so sehen sich die meisten Einwohner als Europäer. Schließlich wirkt das neue, moderne Geschäftszentrum der Stadt wie ein europäisch angehauchter Schauplatz, inmitten der gläsernen Hochhäusern immer wieder Bauten im traditionellen russischen Stil auftauchen. Die Altstadt von Jekaterinburg wird vom modernen Geschäftszentrum durch den Fluss Isset getrennt.

Jekaterinburg stellt wie bereits in der Vergangenheit auch ein wichtigen Transportknotenpunkt, der eine Achse zwischen dem europäischen Russland und dem Sibirien im Westen des Landes bildet. Die Anreise hin zum Ural erfolgt über den modernen internationalen Airport Kolzowo. Nostalgischer geht es mit der Transsibirischen Eisenbahn zu, die auf ihrem knapp 9.000 Kilometer langen Strecke von Moskau nach Wladiwostok einen Zwischenhalt am Kilometer 1.769 in Jekaterinburg einlegt.

Auf welchem Kontinent liegt Jekaterinburg?

Jekaterinburg liegt am Rande der Gebirgskette des Urals unweit von der geografischen Grenze zwischen Europa und Asien. Wer hier steht, kann mit je einem Bein auf beiden Kontinenten stehen. Da die Millionenmetropole am Isset östlich dieses Grenzsteins liegt, befindet sich die russische Stadt Jekaterinburg in Asien.

Übrigens: An der Grenze zwischen Europa und Asien haben Besucher die Möglichkeit, von einem Schmied aus dem Ural eine Erinnerungsmünze stanzen zu lassen.

Was gibt es in Jekaterinburg zu sehen?

Im Grunde genommen können wir es nicht oft genug betonen: Jekaterinburg präsentiert sich uns unerwartet liebreizend, mit einem vortrefflichen Architekturmix aus Zarenzeit, Sowjetepoche und dem heutigen Russland. Alles in allem ist die russische Stadt ein sehenswertes Schmuckstück am Ural. Und obwohl in Jekaterinburg mehr als 1,3 Millionen Menschen leben, hat die Stadt trotz der einzigartigen Sehenswürdigkeiten kaum einen nennenswerten Bekanntheitsgrad erlangen können.

Die Kathedrale auf dem Blut – Dreh- und Angelpunkt in Jekaterinburg

Das Wahrzeichen der Stadt Jekaterinburg stellt die imposante, in Weiß und Gold strahlende Blutskathedrale dar, an deren Stelle in der Nacht vom 16. zum 17. Juli 1918 die letzte Zarenfamilie ermordet wurde. Der Hauptaltar der fast 2.800 Quadratmeter großen Kathedrale liegt direkt über dem ehemaligen Keller des Ipatjew-Hauses, in dem die Bluttat an die Familie Romanows vollstreckt wurde. Rechts vom Altar befindet sich eine Wand mit Potraits der Zarenfamilie.

Wer als Frau die Blutskirche betreten möchte, muss der russischen Tradition folgen und ein Kopftuch tragen.

Die Heilige Dreifaltigkeits-Kathedrale

Eine weitere architektonisch interessante Kathedrale der Stadt Jekaterinburg ist die Heilige Dreifaltigkeits-Kathedrale. Erbaut wurde die russisch-orthodoxe Kirche in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Die Christi-Himmelfahrt-Kathedrale

Aus dem 18. Jahrhundert stammt die russisch-orthodoxe Kathedrale Wosnessenski Sobor, die sich in unmittelbarer Nähe zur Kathedrale auf dem Blut befindet. Es ist der älteste und einzige Sakralbau im Barockstil. Die in Hellblau gestrichene Fassade ist unverwechselbar und zugleich ein wahres Schmuckstück der Stadt.

Sevastyanov Haus

Für uns eines der schönsten Sehenswürdigkeiten in Jekaterinburg ist das Sevastyanov Haus direkt neben dem Staudamm am Fluss Isset. Erbaut wurde es in der Zeit zwischen 1863 und 1866. Leider kann das Gebäude im historischen Zentrum nicht besichtigt werden, da es von der Stadt Jekaterinburg genutzt wird. Wie dem auch sei, wir erfreuen uns an der smaragdgrünen Hausfassade.

Opernhaus in Jekaterinburg

Eines der ältestes Bauten der russischen Metropole ist das Opernhaus, das sich in Reichweite des Wyssozki-Turm befindet. Wer sich für russisches Ballett oder Oper interessiert, ist hier goldrichtig. Bemerkenswert sind aber nicht nur die aufgeführten Vorstellungen, sondern auch das Gebäude aus dem Jahr 1912 selbst.

Wyssozki-Turm – nördlichste Wolkenkratzer der Welt

Wie ein blauer Edelstein aus dem Ural funkelt die prächtige Glasfassade des Wyssozki-Wolkenkratzer. Dieses Schmuckstück befindet sich an der Ecke Malyschewa Straße und Karl-Liebknecht-Straße. Um einen herrlichen Ausblick auf Jekaterinburg zu bekommen, bietet sich die Aussichtsplattform im 54. Stockwerke hohen Wyssozki-Turm an. In der 50. Etage befindet sich außerdem eines der gefragtesten Edel-Restaurants der Stadt – das Panorama A.S.P.. Wer dort einkehrt, kann sich nicht nur von dem köstlichen Essen verwöhnen lassen, sondern auch von der Aussicht. Perfekt!

Übrigens: Im 28. Stocke des Wyssozki-Turms ist auch das Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland untergebracht.

Denkmal von Boris Jelzin – Sohn der Stadt Jekaterinburg

Wer mehr über den ersten Präsidenten in Russland erfaren möchte, also über Boris Jelzin, sollte einen Abstecher ins Jelzin-Center machen. Dort befindet sich aber nicht nur ein Museum zur Lebensgeschichte des einstigen Präsidenten, sondern auch ein Museum für den berühmten Gitarrenspieler und Sänger Wladimir Wysotzky.

Wie hieß Jekaterinburg früher?

Zu Ehren des sowjetischen Staatsmannes namens Jakow Swerdlow (1885-1919) wurde die Stadt Jekaterinburg im Jahr 1924 in Swerdlowsk umbenannt. Erst mit dem Ende des Kalten Krieges heißt sie wieder Jekaterinburg, wenngleich die russische Region immer noch den sowjetischen Namen Swerdlowsk trägt.

Wann ist die beste Reisezeit für Jekaterinburg?

Aufgrund des trockenen Kontinentalklimas erweist sich der Zeitraum von Mai bis September als die beste Reisezeit für Städtereisen nach Jekaterinburg und in das Ural-Gebirge. Der Hochsommer ist gewöhnlich kurz, kann aber dafür auch ausgesprochen heiß ausfallen. Der Winter dauert sechs Monate, nicht selten liegen die Temperaturen weit in den Minusgraden. Doch dafür erlebt man in Jekaterinburg den Isset unter einem dicken Eispanzer. Und wer glaubt, dass trotz dieser Temperaturen das große Chaos ausbricht, der irrt gewaltig. Alles läuft reibungslos, selbst die öffentlichen Verkehrsmittel.

Lohnt sich Jekaterinburg?

Sicherlich, Jekaterinburg mag vielleicht im touristischen Schatten von Moskau und St. Petersburg stehen, doch die russische Stadt am Ural hat, wie man sieht, so einiges zu bieten. Neben zahlreichen einzigartigen Sehenswürdigkeiten gibt es hier auch eine Vielzahl an Ausflugszielen in die Umgebung, sei es in die Natur des Parks Bazhovskie Mesta bei Sysert oder zum Kloster Ganina Jama mit seinen sieben Holzkirchen.

In der Summe lässt sich sagen, das sich ein Besuch von Jekaterinburg lohnt. Die Stadt bietet ein facettenreiches Programm an Sehenswürdigkeiten, Kultur sowie Cafés, Restaurants und Parks. Um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kennenzulernen muss man im Grunde genommen nur den roten oder blauen Linien auf den Gehwegen folgen. Startpunkt ist das Touristeninformationszentrum in der Ulitsa 8 Marta, 21. Übrigens: Im Tourist Information Office wird zu unserer Überraschung auch Deutsch gesprochen.

Und zu guter Letzt: Um die Sehenswürdigkeiten in Jekaterinburg zu besichtigen, braucht man im Grunde genommen zwei ganze Tage. Wer allerdings noch die Umgebung kennenlernen möchte, sollte noch ein paar Tage dranhängen. Allein schon deswegen, weil die Entfernungen einfach riesig sind. Da wir Freunde in Jekaterinburg besucht haben, sind wir natürlich noch ein bisschen länger geblieben.

Wie hat dir unser Reisebericht über Jekaterinburg in Russland gefallen? Hast du vielleicht noch weitere Ideen? Dann ab in die Kommentare damit!

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