Trinkgeld im Urlaub: So macht Ihr es richtig!

Kaffeepause im Restaurant La Boca in Prag - Reiseblog & Foodblog Reisepuzzle

Kaffeepause im Restaurant La Boca in Prag

Andere Länder, andere Sitten - das gilt auch für Trinkgeld. Es gibt Länder, in denen es ein absolutes Muss ist, bis hin zu Regionen, in denen Trinkgeld als Beleidigung angesehen wird. Damit Ihr bei der nächsten Städtereise nicht ins Fettnäpfchen tretet, haben wir in Sachen ’tip‘, ’pourboire‘ ’propina‘ und ’bakschisch‘ die wichtigsten Länder in Augenschein genommen.

In den skandinavischen Ländern - Finnland, Norwegen und Dänemark – ist Trinkgeld eher unüblich. Eine Ausnahme stellt Schweden dar. In Restaurants gelten in der Regel zehn Prozent als angemessen. Auch in vielen asiatischen Ländern ist Trinkgeld zu geben immer noch ungebräuchlich und wird schlimmstenfalls sogar als Beleidigung empfunden. Manchmal wird in finnischen Restaurants Garderobengeld verlangt. Darüber hinaus ist für den Kofferträger ein Obolus Pflicht.

Perfekter Service gilt etwa in Japan als Selbstverständlichkeit, die nicht mit Geld extra honoriert werden muss. Auch in Vietnam, Malaysia oder China ist Trinkgeld kein Muss. In Thailand jedoch hat sich in den letzten Jahren diese Gepflogenheit eingeschlichen: Das Servicepersonal im Hotel oder dem Restaurant hat sich den europäischen Gepflogenheiten angepasst. Früher unüblich, wird Trinkgeld heute auch auf dem Fünften Kontinent - Australien - akzeptiert. Wer guten Service belohnen möchte, kann zehn Prozent auf den Rechnungsbetrag aufschlagen. Dies gilt insbesondere in gehobenen Restaurants.
In französischen Restaurants freuen sich die Kellner über eine Zuwendung in Höhe von zehn bis 15 Prozent der Rechnung. Ihr solltet nur darauf achten, das ’pourboire‘ beim Verlassen des Restaurants einfach auf dem Tisch liegen zu lassen. Bei unserer Städtereise nach Strasbourg hat sich unser Kellner aber nicht so glücklich gezeigt und uns ohne mit der Wimper zu zucken ignoriert, obwohl wir uns an die landestypischen Gepflogenheiten gehalten haben. Im Hotel wird das ’Tipping‘ nicht unbedingt erwartet, vom Taxifahrer hingegen etwa zehn Prozent des Fahrpreises.

Maximal zehn Prozent Trinkgeld im Restaurant reichen in Spanien und Italien vollkommen aus. Auch in diesen Ländern lassen Reisende das Trinkgeld einfach auf dem Tisch zurück, wie wir es in den verschiedensten Städtereisen (vor allem in Madrid) erlebt haben. Italienische Gaststätten erheben häufig von sich aus einen Zuschlag für das Gedeck, das sogenannte ’Coperto‘. In diesen Fällen darf der Obolus auch geringer ausfallen. Wer dem Zimmermädchen das Trinkgeld von rund fünf Euro pro Woche persönlich überreicht, wird sich damit viele Freunde machen.

Kaum ein Ägypten- oder Marokko-Urlauber kommt um das ’Bakschisch‘ herum. Auch in Tunesien hat die ’Gabe‘, wie es übersetzt heißt, eine lange Tradition. In Restaurants gelten rund zehn Prozent der Rechnungssumme als angemessen. Aber auch für alle anderen Dienstleistungen wird ’Bakschisch‘ erwartet. Wer in den nordafrikanischen Ländern nicht gibt, gilt als unfreundlich und arrogant.
In Großbritannien und Schottland liegen Städtereisende mit einem ’tip‘ von zehn bis 15 Prozent immer richtig. Berechnet des Restaurant eine ’service charge‘, ist es nicht weiter erforderlich, zusätzliches Trinkgeld zu zahlen. Wer im Taxi aufrundet und dem Zimmermädchen maximal ein Pfund pro Übernachtung auf dem Nachttisch hinterlässt, wird immer mit einem freundlichen Lächeln verabschiedet.

In den USA sowie Kanada gelten 15 bis 20 Prozent der Restaurant-Rechnung als angemessen. Im Hotel machen Gäste mit einem Kanadischen oder US-Dollar pro Nacht für das Zimmermädchen beziehungsweise für den Kofferträger pro Gepäckstück alles richtig. Für Taxifahrer liegt die Empfehlung bei 15 Prozent des Fahrpreises. Da das Servicepersonal in den USA und Kanada ausschließlich vom ’tip‘ lebt und nur selten ein Grundgehalt bekommt, solltet ihr großzügig sein. Tipp: In vielen Urlaubsländern sind Geldscheine für die Zimmermädchen, Kofferträger, Kellner/innen und Taxifahrer häufig praktischer als Münzen, da Hartgeld nicht umgetauscht werden kann. Wer nicht überall gleich fünf Euro Trinkgeld geben möchte, tauscht vorher genügend Ein-Dollar-Scheine um.
So, das war unser kleiner Reiseknigge zum Thema Trinkgeld im Urlaub. Wir hoffen, dass wir euch eine Hilfe sein konnten.

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